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Astronomie

mit dem LEICA APO-Televid 77

oder mein Weg zur Amateur-Astronomie
von Peter Schubert , Astronomischer Verein Hoyerswerda e.V.


Ein herzliches Willkommen dem Leser dieser Homepage. Es war meine Erstlingsgeburt und ich wunderte mich ja selbst, daß dabei etwas Sichtbares rauskam. Ich war richtig erschrocken, als nach der Übertragung zum Server und anschließendem Aufruf doch etwas auf dem Bildschirm erschien. Aus diesem Grunde sollten die Layout-Freaks bitte etwas nachsichtig sein, vielleicht wird die nächste Homepage etwas professioneller. Zur Astronomie als aktives Hobby kam ich erst mit etwa 45 Jahren, zuvor war ich dreißig Jahre erfolgreich in meiner Freizeit Zierfische gezüchtet hatte. Leider war es jedoch nach der politischen Wende zeitlich und finanziell unmöglich geworden, der Verantwortung gegenüber dem lebenden Hobby nachzukommen. So gab ich es ganz auf, ehe ich es halb und schlecht weiter betrieben hätte. Strom und Wasser kosteten in der alten DDR nahezu nichts und nach der Wende mit kostendeckenden Preisen wurde die gesamte Züchterei in meinem bisher getriebenen Umfang unrentabel, weil südostasiatische Züchter ihre Tiere auch bei uns wesentlich billiger anzubieten vermochten.
Ehe es beim Lesen der Homepage Probleme gibt, sie wurde erstellt mit dem Netscape-Composer, Bildschirmauflösung 1024x768 Bildpunkte, getestet mit StarOffice 5.1 und neuerding Open-Office 1.1.4 in verschiedenen Auflösungen. Diese Seite müßte also auch in anderen Browsern als nur Netscape, Mozilla, Konqueror oder Epiphany lesbar sein. Einen Microsoft-Explorer kann ich nicht testen, da ich aus Überzeugungsgründen die Software des Monopolisten nicht verwende und mit Linux und FreeBSD obendrein auch noch wesentlich stressfreier lebe, als vordem jahrelang mit verschiedenen Windows.


Schon als Schüler hatte mich die Astronomie begeistert. Meine Eltern hatten mir 1962 das Buch von K.Winkler: "Den Sternen auf der Spur" geschenkt, erschienen im damaligen Postreiter-Verlag, Halle. Ich bekam hier das erste Mal Kontakt mit Sternbildern und mit einfachen astronomischen Begriffen und etlichem anderen mehr. Hochmotiviert bastelte ich damals allerhand Gerät und maß z.B. den Winkelgrad der Sonne über dem Südpunkt pünktlich alle 10 Tage - so die Sonne zu sehen war - ohne Aussicht darauf, daß diese Tabelle jemals als sinnvoll eingestuft worden wäre. Für mich im ersten Hocheifer war es zu diesem Zeitpunkt aber das absolut Wichtigste. Ich war fest davon überzeugt, daß ohne meine Meßdaten damals sicher der Globus aus den Angeln geraten wäre. Mit einem anderen Gerät vermochte ich die umwerfende Vorausschau zu realisieren, anzugeben, wo denn zum betreffenden Tage nach Sonnenuntergang der Große Wagen stehen würde. Im Verlaufe der Jahre gewannen dann diese Beobachtungen immer mehr an geistigem Niveau. Gekrönt wurde das Ganze aber erst dann, als ich mir als Student erstmals ein eigenes kleines Fernrohr zu leisten vermochte, ein achromatisches 50/540 aus dem Hause Carl Zeiss Jena. Übrigens, dieses kleine  Fernrohr ist noch heute  ein hochbegehrtes Teleskop unter Spezialisten. Gleichzeitig leistete ich mir ein kleines Bestimmungsbuch der nördlichen Sternbilder und einen Billigfeldstecher. So übte ich mich weitere 15 Jahre zumindest in der Gelegenheits-Astronomie. Trotzdem , die Zierfische waren bis Mitte 1993 noch immer die überwiegenden Favoriten meiner Freizeit.


Erst nach der Wende, als ich mich von der Aquaristik trennen mußte, erfaßte mich wieder das Interesse an der Amateurastronomie. Bedauerlicherweise hatte ich zu diesem Zeitpunkt mein kleines ZEISS-Fernohr längst verkauft, ohne dessen eigentlichen Wert bis dahin wirklich erkannt zu haben. Ich kaufte mit so 1993 einen Kleinrefraktor der Firma Eschenbach, der mich allerdings von Anfang an enttäuschte. Im zweiten Halbjahr 1994 überraschte mich in den Morgenstunden immer auffälliger die hell leuchtende Venus und um den 6.Dezember 1994 brach in Hoyerswerda ein regelrechtes UFO-Fieber aus. Manche wollten zwei Scheinwerfer gesehen haben, die Kreiszeitung Lausitzer Rundschau berichtete über anfliegende Ufos und so weiter. Ich sah mich damals zu einer Richtigstellung in der Zeitung veranlaßt Ich konnte mit dem 60/400er Eschenbach geradeso zwar die Sichelgestalt des Planeten mit der 2-fach Barlowlinse bei nur 40-facher Vergrößerung noch erkennen, aber die ESCHENBACH-Okulare waren schlicht und einfach Schrott. Scharfe Abbildungen waren mit dieser Technik nicht möglich, egal was man anvisierte. Inklusive eines nicht weniger miserablen Stativ als Set für knapp 800 DM erworben, hatte ich nun mein Lehrgeld entrichtet. Ich erwarb schließlich einen besseren Feldstecher, ein Atlas für Himmelsbeobachter und eine der sogenannten Russentonnen MK 100/1000, die auf einer parallaktischen SB-Montierung von KOSMOS, Stuttgart recht gut zu handhaben war. Doch auch hier blieb das Ergebnis weit unter meinen Erwartungen. Besonders bei Vergrößerungen von mehr als 100x ärgerte ich mich über die schlechte Abbildungsqualität. Dies war dann besonders zu bemerken, wenn ich versuchte, den Gasplaneten Jupiter mit Barlowlinse und größtmöglicher Vergrößerung mal seinen "Roten Fleck" zu entlocken oder den Schatten eines der Jupitermonde auf dem großen Planeten zu erspähen. Ein solcher Mondschatten war einmal beim besten Willen nicht konturenscharf zu bekommen, obwohl das Seeing bestens war.  Für die terrestrische Beobachtung hatte ich mir Monate zuvor ein Noname-Spektiv 80/440 mit einem Variookular 20-60x aus dem Hause Quelle gekauft und stellte nun erstaunt fest, daß dieses Gerät der Russentonne astronomisch in Nichts nachstand. Mit 60-facher Vergrößerung sah ebenso so viel oder wenig z.B. von Jupiter, wie in dem besagten Maksutovteleskop.  In seiner ganzen Handhabung war das Spektiv sogar wesentlich bequemer und besser. Ich ertappte mich immer mehr dabei, daß ich aus Bequemlichkeit lediglich Spektiv und Fotostativ einpackte und allen anderen Kram beiseite ließ. Das war der Moment, als ich erkennen mußte, daß meine astronomische Begeisterung zwar groß war, aber wohl kaum jemals ausreichen würde, mir große und gewichtige "Licht-Eimer" zuzulegen. Es lag und liegt mir einfach nicht, mich jedesmal mit mehren Zentnern Ausrüstung abzuschleppen oder mich mit ungenau eingestellten parallaktischen Montierungen herum zu ärgern.  Da ich aber ein Refraktor-Fan war, entdeckte ich auf diesem Wege die kleinen handlichen Prismenfernrohre, d.h. die Linsen-Spektive für mich.


Das Quelle-Spektiv war ja da schon sehr brauchbar gewesen, aber ich wollte das Maximale herausholen und meine eventuell letzte Investition gleich so vornehmen, daß das Gerät während des restlichen Lebens nicht wieder mangels Leistung hätte neu gekauft werden müssen. Damit stand aber auch für mich fest, daß das nächste Beobachtungsgerät nur ein Apochromat sein konnte. Nachdem ich etliche apochromatische Spektive getestet hatte, so u.a. die ED-Version von VIXEN-Geoma 80, sowie dessen nahezu baugleiches Modell von SOLIGOR, dann den Fluorit-Apochromaten 80mm aus der HSN-Reihe von KOWA, kam ich immer deutlicher dahin, daß jegliche anfängliche Geldeinsparung über einen etwas niedrigeren Preis, gleichzeitig auch die Akzeptanz von deutlichen optischen Schwächen und technischen Mängeln erfordert hätte. Dazu war ich nicht bereit und so hatte ich letztendlich nur noch zwischen den Spektiven der Firmen SWAROVSKI und LEICA zu entscheiden, Carl Zeiss Jena war zu diesem Zeitpunkt mit den gewünschten Geräten schon nicht mehr präsent. So begeisterte mich die zwar Tatsache, daß das SWAROVSKI-Spektiv mittels eines Okularadapters auch  für astronomische Okulare aufnahmefähig war. Dem entgegen ist aber die einstufige Schärfeneinstellung mittels des großen Handringes für die erforderliche Feinsteinstellung in der Astronomie wenig brauchbar und unterschied sich in Nichts von dem Quelle-Spektiv.  Dann war da noch die Tatsache, daß das Swarovski-Spektiv ein nur zweilinsiges apochromatisches ED-Objektiv besitzt, das LEICA APO-Televid77, dagegen aber ein echter apochromatischer Dreilinser mit Fluoritglaslinse war. Das muß nicht heißen, daß die ED-Objektive alle schlecht sind. Die TeleVue-Reihe PRONTO beweist täglich das Gegenteil, aber wenn man von einem echten Fluorit-Apochromaten träumt, muß man doch drei Linsen haben, oder ? Den letzten Ausschlag gab dann entgültig die Tatsache, daß die Konstrukteure des LEICA ihrem Spektiv eine geniale zweistufige Fokussiereinrichtung gegönnt hatten. Ich mir selbst seither immer wieder bestätigen können, daß diese Entscheidung für das deutsche LEICA APO-Televid77 absolut richtig war. Die Feineinstellung der Schärfe ist eine derart feine Sache, daß einem auch die schwächsten Objekte ohne Verwackeln gelingen. Meine Entscheidung für Leica war und ist auch heute noch richtig. Das auch, obgleich  mir anfänglich die Tatsache noch nicht bewußt, daß an LEICA eben nur LEICA ranpasst ! Das sollte mir späterhin allerdings noch einiges Hirnschmalz abverlangen. Von der optischen und technischen Klasse her, ist das LEICA APO-Televid77 meines Erachtens DAS Referenzgerät für die Größenklasse 70-80 mm Objektivdurchmesser und 400-450mm Brennweite. Von den Leica-Kamerawerken, Wetzlar, für Vogelkundler und Jäger konzipiert, reicht seine Ausstattung mit inzwischen vier hervorragenden Okularen für diesen Zweck völlig aus. Die nahezu totale Farbreinheit des apochromatischen Objektivs hat seine Daseinsberechtigung sicher bei den Ornithologen, wo die Bestimmung einer Vogelart oder einer Rasse derselben, aufgrund der genauen Beobachtung auch der Farbgebung des Gefieders nur möglich ist. An die Hobby-Astronomen hat man dabei natürlich bei LEICA kaum gedacht, obgleich man huldvoll zur Kenntnis nahm, daß es einige gab, die das apochromatische Televid77 erfolgreich, insbesondere mit den Weitwinkelokularen 20x und 32x, zum "Surfen" am nächtlichen Firmament benutzten. Daß aber letztendlich dann doch wieder mehr Hobbyastronomen ihre Spektive  Televid77 bei Astrohändlern mit Verlust wieder in Zahlung gaben, weil sie mit den LEICA-Okularen bei 60-facher Vergrößerung am Ende waren - das nahm man geflissentlich nicht zur Kenntnis.
Ich selbst beabsichtigte jedoch nicht, mich von meinem LEICA-Spektiv wieder zu trennen.


Ich suchte stattdessen nach einer Lösung. Bereits schon mit den LEICA-Weitwinkel-Okularen hatte ich bei der Beobachtung größerer Messier-Objekte recht schöne Eindrücke gewinnen können.  Mit dem LEICA B40x, dem scharfzeichnesten der LEICA-Okulare, führte ich wunderschöne detailliert vergleichende Beobachtungen der Mondoberfläche zu einem beleuchteten Mondglobus durch. Jedoch insbesondere bei den Vergleichen zu den Karten im "Mondatlas" von A.Rükl bemerkte ich beim Aufsuchen kleinerer Krater, daß die Vergrößerung 40x doch nicht ausreichend war. Mit der Höchstvergrößerung von 60x mit dem LEICA- Variookular war auch nicht nennenswert mehr zu erreichen.  Obendrein zeigte das Variookular in der Höchstvergrößerung leichte Unschärfen gegenüber dem Festokular LEICA B40x. Das liegt aber wohl bekanntermaßen mehr oder weniger auffällig in jeder  Variooptik begründet. Ich brauchte also möglichst Festokulare mit höheren Vergrößerungen, wollte ich das Problem dauerhaft lösen. So entwickelte ich mir eine Konzeption für Okulare mit 88-facher und 110-facher Vergrößerung, die auf das Gewinde des original LEICA-Fotoadapters am Spektiv aufgeschraubt werden. Das Problem bestand darin, daß man die Steckhülsen astronomischer Okulare nicht in den Spektivkörper einzuführen vermochte, weil dieser gasdicht mit einer Glasscheibe verschlossen worden ist.  Deshalb gedachte ich die Okulare von ihrer Hülse zu befreien, was ja eigentlich kein Problem ist, man schraubt sie ja einfach ab. Das Problem bestand aber nun darin, daß die meisten sehr guten Okulare mit internen Barlowlinsen o.ä. arbeiten und selbst nach Entfernung der Steckhülse noch zu groß waren. Einzig und allein nur zwei Okulare, das Celestron Ultima 5mm und das ZEISS Abbe 4mm erfüllten diese Voraussetzungen und genügten auch in der optischen Leistung meinen hochgesteckten Ansprüchen.  Auf unserer Vereinsseite des Astronomischen Vereins Hoyerswerda e.V. sind die einzelnen Schritte zur Anpassung dieser Okulare genauer beschrieben, so daß ich dies hier nicht noch einmal detailliert wiederholen möchte. Aufgrund mehrerer Nachfragen via Mail habe ich hier aber am 31. Juli 2005 noch eine Detail-Zeichnung eingefügt. Als ich diese Okulare bei der Planetenbeobachtung erprobte, stockte mir fast  der Atem ! Insbesondere das orthoskopische Okular ZEISS A-4 aus Jena besitzt eine solche extreme Abbildungsleistung, wie man sie von derart kurzen Brennweiten fast nicht erwartet ! Ich hatte sehr gut noch in Erinnerung, was ich z.B. mit einem vierzölligen Achromaten von einem Meter Brennweite auf dem Jupiter und dem Mars gesehen hatte und was an Details am Ringplaneten zu erkennen waren. Nun mit einer vergleichsweise sehr kurzen Brennweite von 440 Millimetern und einem deutlich kleineren Objektiv erkannte ich wesentlich mehr, klarer und detaillierter. Erstmals sah ich den sogenannten Großen Roten Fleck. Diesen allerdings erst, nachdem mich erfahrene Sternfreunde darüber aufgeklärt hatten, daß dieser zur Zeit nicht rot ist, sondern eher als eine deutliche gelbliche Unterbrechung des betreffenden Wolkenbandes auf Jupiter in Erscheinung tritt. Ein anderes Mal war der Schatten eines Jupitermondes auf dem Gasriesen zu sehen, diesmal konturenscharf und klar, wie eingestanzt ! Und nicht die Spur eines Farbsaumes, einfach erstklassig ! An diesem Okular gibt es nichts zu meckern !



Das LEICA APO-Televid77 war mit dieser Erweiterung spürbar in den Bereich der kleineren astronomischen Refraktoren der oberen Leistungsklasse aufgestiegen. Da aber auch die werksseitige Zieleinrichtung auf der Taukappe kaum dem entsprach, was sie eigentlich sein sollte, bastelte ich an verschiedenen Zieleinrichtungen herum. Eine für die terrestrische Beobachtung recht brauchbare Lösung aus einem Filtergewindering und einer Plastikschablone, erwies sich aber für die astronomische Nutzung als zu ungenau. erweiterte ich die Ausstattung schließlich mit einem TeleVue-QwickPoint-Sucher. Das ist ein Leuchtpunktsucher, ähnlich dem Prinzip eines kleineren Telradsuchers. Die Befestigung der Basis mittels Stretchband am Spektivkörper bringt es leider mit sich, daß man den Sucher vor jeder Beobachtung neu einrichten muß. Das hört sich aber schlimmer an, als es letztendlich ist. Inzwischen gelingt mir das routiniert und rasch. Übung macht halt den Meister. Natürlich wäre eine Möglichkeit, den bekannten Telradsucher am Spektiv anzubringen noch besser, zumal für diesen Sucher hervorragende Aufsuchkarten für die Messierobjekte existieren. Vielleicht fällt mir mal gelegentlich was ein. Aus zwei HAMA M77-Skylightfiltern baute ich mir einen Sonnenfilter, indem ich die bekannte Mylarfolie zwischen die beiden Glasfilter spannte und fixierte. Zu etwas anderem eignet sich das Filtergewinde am Leica nämlich wirklich nicht, weil es auf der Tau- oder lt. LEICA "Streulichtkappe" aufgebracht wurde und so beim Fotografieren kaum Streulicht verhindern, eher selbst verursachen dürfte. Fotofilter, wie vom Hersteller benannt, sind da zumindest völlig fehl am Platze. Für mich aber, für meinen astronomischen Sonnenfilter, war diese offensichtliche Fehlkonstruktion genau das Richtige ! Der Sonnenfilter ist so goldrichtig angebracht und verhindert schädliche Erwärmungen im Spektiv. Nun war meine Ausrüstung ausreichend komplettiert und hat bis heute auch nie eine Fehldisposition zutage gebracht. Das Ganze auf einer stabilen Montierung zur azimutalen Nachführung des kleinen Spektivs, in diesem Falle die bekannte Baader-Montierung und ein stabiles Stativ. Wenn man nicht gerade preisgünstig an ein Manfrotto-Studiostativ rankommt, genügt auch ein ähnlich großes Studiostativ von HAMA. Ich benutzte jahrelang ein ausgedientes ZEISS T-Stativ, ebenfalls sehr gut brauchbar. Allerdings gehören solcherart stabile Stative nicht zum Standartangebot von Fotogeschäften und werden aufgrund des hohen Preises von Otto Normalverbraucher auch kaum gekauft. Sie sind u.U. noch preisgünstig zu erhalten, wenn mal ein Fotograf sein Studio umrüstet. Oder aber man bleibt wachsam bei Internetauktionen, dort so etwas auch gelegentlich mal auf. Bei den im freien Handel angebotenen Stativen, gleichgültig nun ob HAMA, BILORA oder gar BERLEBACH, ich fand nichts, was ausreichend stabil und schwingungsfrei und gleichzeitig bezahlbar war. Hier muß man echt lange und intensiv suchen, jeder übereilte Kauf erweist sich hier als rausgeschmissenes Geld. Ein guter Tip sind Landvermesser-Stative aus Holz, in ausreichender Größe schon für einen Preis zwischen 200 und 300 DM in den entsprechenden Fachläden

Insgesamt gesehen, ist das LEICA APO-Televid77 ein allround verwendbares Spektiv. Es existiert in zwei Versionen, d.h. einmal mit Geradeinblick oder wie mit Schrägeinblick. Für die gleichzeitige astronomische Verwendung empfiehlt sich natürlich der um 45 Grad gewinkelte Schrägeinblick um Himmelsbeobachtungen im zenithären Bereich ohne größere Verrenkungen zu ermöglichen. Die optische Leistung, sowohl die des achromatischen Televid77 als auch die des apochromatischen Televid77, ist ausgesprochen sehr gut. Die zusätzliche fast hundertprozentige Farbreinheit des Fluoritapochromaten gewährt allerdings auch noch klarere Beobachtungen im Detail und erweckt so den Eindruck mehr und schärfer abzubilden. Wer allerdings nicht unbedingt mit Bluthochdruck auf leichte Farbsäume bei besonders hellen oder überblendeten Objekten reagiert, sollte sich überlegen, ob er die Preisdifferenz von reichlich 1000 DM zwischen der apochromatischen und der achromatischen Version neben dem Vario-Okular nicht besser zusätzlich für die originalen drei LEICA-Festokulare aufwendet und somit seine Ausrüstung gleich von vornherein auf die  vier LEICA-Okulare komplettiert. Für die überwiegend astronomische Verwendung macht sich die Anschaffung eines QwickPointers meines Erachtens zwingend erforderlich, denn mit dem Lacher, den LEICA als Zielnonien aufgesetzt hat, kann man schon in der Dämmerung nicht mehr arbeiten, geschweige denn in der Nacht! Neben der Leistungsfähigkeit, die von keinem Spektiv oder astronomischen Fernrohr gleichen Öffnungsverhältnisses übertroffen wird, ist das Spektiv klein und handlich, paßt ideal ins Reisegepäck und bringt es insgesamt auf keine 5 Kilogramm Gewicht.
Es ist damit jedermann die erste Wahl, der nicht unbedingt Zentner an Ausrüstung mit ins Feld schleppen will, trotzdem aber Wert auf höchste optische und dauerhafte mechanische Qualität legt!
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