Mein Papa arbeitet stressfrei ohne Windows!

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Hallo,
hier ist MAX, das Zwergkaninchen !!!
letzte Aktualisierung am 30.10.2005


Freilaufend und HansDampf in allen Gassen, das ist mein Dasein.  Ich wurde am 20. Januar 1996 beim Züchter Zienapold in Neuwiese bei Hoyerswerda geboren, bin von Rasse ein "mardergrauer Zwerg", meine Mitverwandten sitzen regelmäßig auf Ausstellungen herum. Ich aber war ein Einzelkind, meine Mutter brachte nur mich zur Welt und deshalb war ich schon zu groß bei der Geburt. Aufgrund der strengen Regeln in der Rassekaninchenzucht war ich so schon von vornherein nicht für Ausstellungen zugelassen.  Meine Aussichten waren also nicht die rosigsten.
Ab und an kamen Leute zu uns an den Stall und kauften sich den einen oder anderen als Haustier. eine vage Sache, denn man wußte ja vorab nie, wohin man auf diese Art geriet. So war das dann auch, als mein jetziger Papa und seine kleine Tochter zu uns kamen, weil sich die Kleine ein Zwergkaninchen gewünscht hatte.

Ich wurde von meinem Züchter nicht so vorrangig gezeigt, denn ich war ja schließlich ein Makel und galt als die Schande des Stalls. So ergriff ich selbst die Initiative und als mal wieder vor unserem Kaninchenstall welche herumstanden, drängelte ich mich brachial hervor und das Gespräch fiel auf mich. Ich fiel auf, war ich ja fast doppelt so groß, wie anderen Hasenkinder. Natürlich lobte mich der Züchter nicht gerade und sagte so nebenbei, dass ich wohl nur in den Kochtopf gehen würde.
Ich bin damals zu Tode erschrocken, aber gleich stellte sich heraus, dass ich grosses Glück hatte. Mein angekündigtes Todesurteil wurde die unumstößliche Kaufentscheidung! Das kleine Mädchen bettelte den Vater, doch nun gerade mich zu kaufen rettete mich so vor dem unvermeidlichen Kochtopf.  So wurde ich im März 1996 Familienmitglied bei lieben Menschen, war erst Spieltier von besagtem Kind - das war aber bald eine Luftnummer. Wie das aber bei Kindern so ist, das Interesse ebbte schnell ab, weil ich außer Spielen ja auch etwas Arbeit machte und ich war letztendlich ein verlassenes Spielzeug unter vielen. Das sah die Mutti der Kleinen aber überhaupt nicht so gern und als ich den Tag über so traurig herum saß, ergriff sie die Initiative. Das war der Anfang einer dicken Freundschaft. Inzwischen ist aus dem kleinen Mädchen eine zwanzigjährige junge Frau geworden, die ich nur noch zu sehen bekomme, wenn sie uns ein oder zweimal im Jahr besucht. Wir kennen uns noch, naja aber besonders schäume ich nicht gerade über, wenn sie da ist. Zum Spielen will sie mich heute ja noch, aber wenn es ans Saubermachen geht, dann sieht die große Liebe gleich ganz anders aus.

Nun bin ich der Liebling der Mutter des Mädchens, Ersatzbaby, Kuscheltier, LilaLauneBär, kurzum ich bin halt nun der Chef von das Ganze hier!!! Weil ich nie Möbel anknapperte und auch elektrische Kabel nicht mein Interesse fanden, bin ich seit acht Jahren an freilaufend, benutze auch ordentlich mein Katzenklo, schlafe auf Sofas und Betten, habe abends für die männlichen Freunden eine Stoffhäsin und bin nun mit fast 10 Jahren Lebensalter ein wirklich"alter erfahrener" Hase, der sich seinen Willen wohl noch immer, wie in den jüngsten Tagen zu ertrampeln weiß. So ist jetzt die Mutti des Mädchens auch meine Mama. Den Papa musste ich ja zwangsläufig dazu nehmen, aber er stört mich immer nur.

Die Meinung meines Züchters aus Neuwiese hat sich inzwischen übrigens längst gründlichst geändert. Als ich mal während einer 10-tägigen Abwesenheit meiner Leute "Urlaub auf dem Bauernhof in Neuwiese" machte und man mich wiedersah, war das Erstaunen doch recht groß, was aus mir für ein schöner prächtiger Kerl geworden war.





Ich liebe Brillen, Fernbedienungen und Bücher, sowie Zeitungen. Das eine läßt sich schön herumwerfen, das andere kann man so toll klein knappern und in der Wohnung verstreuen. Manche sagen, ich sei zu dick - ich sage, mir geht es toll, bin ja schließlich kein Playboy für die Rasseschau. Mama sagt, ich bin kernig; der Onkel Doktor sagt, es geht wohl gerade noch.
Der andere, der wohl der Ehemann meiner Mama ist, den muss ich ja wohl oder übel hinnehmen, aber so richtig Freunde wurden wir nie. Was Wunder auch, er macht mir ja mein Revier streitig. Meistens spielt auch er wild mit mir herum und meint, ich hätte das gerne. Wenn er kommt, kann ich richtig böse knurren und auch mal ordentlich kratzen. Und wenn mir das Gemurkle dann zuviel wird, reicht es, meine langen Nagezähne fauchend zu zeigen und dann ergreift er die Flucht. Ich gewinne so am Ende immer! Es macht nur immer einen Haufen Arbeit, wenn er mich angefasst und mit mir rumgemurkelt hat. Ich brauche immer fast eine halbe Stunde, mich dann zu putzen und sauber zu lecken, damit der üble Geruch von diesem rivalisierenden Herrn von mir genommen wird. Und was mich dann dabei noch mehr anstinkt! Beide - dieser unmögliche Mensch und auch meine liebe Mama, beide lachen darüber und finden das ungeheuer putzig, wenn ich mich mühe, um wieder nach Hase zu riechen und nicht nach Mensch.


Ich fresse natürlich auch nicht alles, suche schon aus dem Futter das Beste aus und kann auch toll bockig werden, wenn nicht im Napf liegt, was ich mir vorstelle. Dann schmeiße ich den Napf herum, das Ding knallt dann schön laut an die Möbel und Wände und siehe da - dann kommt einer und ich kriege den Napf neu gefüllt und so, wie das richtig ist.  Wenn das vollbracht ist, widme ich mich dem genußvollem Essen, sitze dann ewig und lange auf dem Katzenklo und meine Leute haben mal eine Stunde Ruhe vor mir.





Allerdings mußte ich auch schon eine Menge an Schnickschnack mitmachen! Das noch Gelindeste ist es, vor dem Fotoapparat in Pose zu sitzen, damit habe ich mich inzwischen auch abgefunden. Als ich aber zu meinem sechsten Geburtstag eine Weste geschenkt bekommen kam, weil die Heizungen aufgrund einer Havarie kalt blieben und mir diese dann auch angezogen wurde, habe ich ehrlich gesagt nur das Foto-Shooting verstreichen lassen. Dann war das Ding wieder runter!!! Ein anständiger Hase friert doch in seinem Fell nicht, auch bei 12 Grad Raumtemperatur ist das kein Thema. Meinen Menschen ging es anders. Die beiden waren erkältet, röchelten, husteten und schnauften vor sich hin. Aber einen echten Rammler, wie mich, den beeindrucken 12 Grad nicht. Schließlich habe ich einen echten Pelz und sowas kann sich nicht jeder leisten. Meine Mama hätte sich besser die Weste anziehen müssen, denn die hatte ja auch erwischt. Auch der Papa war zutiefst verschnupft, aber dem hätte ich die Weste nicht gegeben.





Dann jedesmal das Foto-Theater zu Weihnachten und Ostern! Immer machen die mich zur Pflaume und ich schlüpfe dann in meine zweite Rolle als Familienhampelmann und Fotomodell. Eine kleine Weihnachtsmannmütze auf die Ohren! Aber denen habe ich was! Der Papa konnte gar nicht so schnell auf den Auslöser drücken, wie ich das Ding mit einer einzigen Kopfbewegung wieder abgeschossen hatte.

Ostern ist das weniger mit Kostümierung verbunden, als damit, dass mir die bunten Eier völlig schnuppe sind, ich aber vor dem Korb Interesse heucheln soll. Aber auch hier habe ich inzwischen eine gelassene Haltung dazu und so sorge ich seit nun schon fast 10 Jahre für unsere einzigartigen und echt familientypischen Ostergrußkarten, auf die die ganze Verwandschaft schon immer jedes Jahr wartet.









Bin ich mal so richtig geschafft bin, werfe ich mich nach dem Mittagessen im Kinderzimmer auf die Liege und schlafe so richtig entspannt einen ab. Wenn man dicht an mich herankommt, kann man mich sogar leise schnaufen und schnarchen hören. Das kann man sich leisten, wenn man so sicher lebt, wie hier in der Wohnung meiner Menschen! Der einzige Fuchs, der hier herumschleicht, ist der Papa und den fauche ich an und klemmt einen ein und hält dann Sicherheitsabstand. Mein Papa nennt mich einen "Kampf-Hasen".

Wenn ich mich auf die Schlafliege schmeiße, kriege ich immer ein Handtuch untergeschoben. Ich könnte ja "in die Hosen machen". Wirklich, so richtig Vertrauen haben die bis heute noch nicht in meine Fertigkeiten diesbezüglich. Ich habe noch nie auf die Schlafliege gepischelt oder auch woanders noch irgendwo - aber ständig kriege ich dieses Handtuch hingelegt.

Naja gut, ich will keinen Stress, also akzeptiere ich das Ding inzwischen. Ich bin ja schließlich nicht dämlich und ich weiß, was die Menschen von mir wollen - also lege ich mich auf den Fetzen drauf und jeder ist's zufrieden. Es gibt Schlimmeres.





Unangenehm werde ich, wenn man mich auf dem Klo belästigt!!! Wer läßt sich schon gerne bei einer solchen Beschäftigung fotografieren. Nur um zu beweisen, daß ich ein Katzenklo benutze, werde ich ständig fotografiert und vorgeführt. Als ob das so etwas Besonderes ist? Ein echter guter Stubenhase schei... nicht sinnlos in jede Ecke, also akzeptierte ich schon von ganz klitzeklein an das Katzenklo. Allerdings sitzen die Herren und Damen von der Katzenzunft auf einem komischen agressiven Zeugs herum. Glücklicherweise hatten meine zweibeinigen Freunde schnell bemerkt, daß ich auf das chemische Katzenklo-Substrat mit bösen Entzündungen an meinem Allerwertesten und anderswo reagierte. Innerhalb weniger Tage war es ganz schlimm und das tat mir auch ganz schön weh. Meine Leute haben mich dann mit Penaten-Creme, Baby-Öl und Puder wieder hingekriegt und dieses blöde KIatzensubstrat gleich weggeschmissen. Nun in reinen Naturstroh-Pellets ist diesem Leiden ein Ende gesetzt und ich habe in den letzten neun Jahren kein einziges Problem in dieser Beziehung mehr gehabt. Wenn mein Klo'chen gereinigt ist und mit neuem Strohpellets aufgefüllt wurde, koste ich erstmal von den Dingern und dann zeige ich mit dem ersten Pfützchen, dass es akzeptiert ist. Mein "stilles Örtchen" ist mir das Zweit-Wichtigste, denn wäre ich nicht vom ersten Tag an dort drauf brav gegangen, wäre ich wohl nie ein Zwergkaninchen geworden, dass 24 Stunden außerhalb des Käfigs leben darf. Das ändert aber nichts daran, daß ich mich dort nicht gern fotografieren lasse! Allerdings scheint wohl nicht jeder meiner Artgenossen in menschlichen Wohnungen ein eignes Clo zu benutzen. Ich muss also doch etwas Besonderes sein. Woher kommt sonst immer das Ah und Oh, wenn mal jemand zu Besuch ist?





Unakzeptabel wird es allerdings, wenn meine zutiefste Intimspäre verletzt wird, und man mich dabei fotografiert, wenn ich mich meiner Freundin widme! Das ist mir nämlich das Wichtigste, noch vor der Klo-Nummer. Emma, die Hasendame aus Plüsch ist willig, ewig bereit und strapazierfähig! Ich könnte hier 24 Stunden Liebe machen, aber die Emma kommt seit nunmehr fast 10 Jahren nur eine Stunde am Tag aus der Kiste, weil meine Leute Angst haben, ich könnte dabei einen Herzschlag kriegen.  Seit beinahe 8 Jahren steht die Gute mir zur Seite. Tag für Tag habe ich ich mit ihr meine Freude und Beschäftigung. Schon nach ein paar Minuten habe ich "heiße Löffel". Auf jeden Fall bin ich immer täglich wild bei der Sache. Sie ist aus diesem Grunde zwar schon etwas ramponiert und seitlich durch meine liebestollen Tatzen an den Seiten schon fast nackend - aber es ist eben meine Emma! Meine Menschen haben mir schon etliche Male versucht einen neuen Stoffhasen als Emma unterzuschieben, aber da hatten sie nicht mit mir gerechnet. Ich akzeptiere schlichtweg keinen anderen Spielgefährten mehr und so wird es Emma genauso lange machen müssen, wie ich es mache und auf nochmal 5-8 Jahre möchte ich ja noch kommen. Hier ist es einfach zu schön, um jetzt abzutreten! Wie meine Leute dann die zerzauste Emma am Leben halten, das ist allerdings den ihr Problem, denn Emma wird sich wohl auf kurz oder lang sich in einen Haufen Wolle verwandeln, wenn nichts anderes passiert . . . . . .



















Hier ist man Mann, hier darf mans sein, Kusselchen für Emma und naja dann gibt es eben so Sachen für kleine Rammler, bis man fauchend von der Emma fällt.

   Äääh !! Immer diese Glotzerei und die Bildermacherei! Gucke ich Euch denn dabei zu? Verschwinde endlich mit dem Knipskasten, klar !





Dabei ging es mir schon einmal ziemlich übel! Damals war ich fünf Jahre alt. Meine Tage schienen gezählt! Ich hatte einen vereitert-verfaulten Backenzahn und der Arzt mußte mir diesen herausschleifen. Betäubungsmittel gab es zwar, aber kurz zuvor hatte ein Hasenmädchen die Narkose nicht überlebt und so blieb es bei "nur" örtlicher Betäubung. Meine "Mama" saß im Auto und weinte, der "Papa" war ebenfalls fix und fertig und ich war nach einstündiger Behandlung auch mehr tot als lebendig. Mehrere Wochen konnte ich nichts mehr fressen, bis sich die Wunde geschlossen hatte und der Zahn einigermaßen nachgewachsen war. Ich lag mehrere Wochen nur apathisch und leise fiepend im Käfig und nachts lag ich im Käfig neben Mamas Bett. Mit mir war nichts mehr anzufangen. Normalerweise wäre es auch aus gewesen, aber eben nur normalerweise. Meine beiden Menschen akzeptierten die Situation nicht einfach und ließen sich was einfallen. Sie ernährten mich mit einer Spritze (ohne Nadel natürlich, auha!) und Fruchtzwerg-Joghurt. Dreimal bis viermal täglich bekam ich jeweils zwei bis drei solche Spritzen eingetrichtert, anfänglich wehrte ich mich zwar zwei oder dreimal, aber schließlich schmeckte mir das Zeug sogar und nun wartete zu meinen festen Zeiten schon drauf, daß die mit süßem Joghurt gefüllten Spritzen bereitlagen. Es dauerte nicht lange und ich sperrte mein Maul ganz von allein auf, wenn es Joghurt gab, denn er kühlte mein schmerzendes und geschwollenes Schnäuzchen auch sehr angenehm.

Letztendlich roch das ganze Kaninchen nach süßem Fruchtzwerge-Joghurt!!! So ernährte man mich gut 12 Wochen auf diese Art und das war wohl der einzige Grund, weshalb ich das alles überlebte und nicht verhungerte. In dieser Zeit akzeptierte ich auch, dass mich der Papa, den ich gar nicht mag, auf den Arm nahm, während meine liebe Mama mich mit allem möglichen süßen Joghurt ernährte, von dem allerdings nur die Frucht-Zwerge das Rennen machten. Trotzdem war ich reichlich abgemagert, mein schöner bulliger Kopf war spitz geworden. Meine Freßbacken waren verschwunden; ich war auf knapp 1000 Gramm "runter gerutscht".  Papa  bezeichnete mich als "Labor-Ratte".  Ich bin mir bis heute noch nicht klar darüber, ob das mitfühlend gemeint war, oder ob ich ihn dafür nachträglich nochmal beißen sollte. Aber damals war ich froh, dass ich überhaupt noch lebte. Es dauerte fast drei Monate, ehe ich wieder von selbst vorsichtig beißen konnte und mich erstmal mit relativ leicht zu zerkleinernden Loftys und weichen Getreide-Keksen ernährte. Seit dieser Zeit lasse ich keinen Arzt mehr in meine Schnauze gucken.
Nun bekomme ich ab und an auch Joghurtspritzen vorbeugend, besonders in der Zeit des Fellwechsels, wenn ich fortwährend an mir herum lecke und auf diese Art viele Haare in meinen Darm geraten, die wiederum Verstopfungen auslösen könnten. Jedermann weiß ja, dass es für kleine Häschen sehr problematisch ist, wenn sie nicht fressen. Wir müssen ja immer vorne etwas reinfressen, damit sich hinten etwas rausschieben kann. Ja - und heute ist es kein Problem mehr, mich damit zu füttern. Ich brauche meinen Fruchtzwerg-Joghurt nur zu riechen und sperre mein Mäulchen weit auf.

Inzwischen suchen wir den Tierarzt nur noch auf, wenn es wirklich sein muss. Auch die zweimaligen Impfungen im Jahr hat meine Mama gottseidank seit 4 Jahren gestrichen. Ich war danach immer tagelang krank und musste mit Joghurt ernährt werden, um überhaupt was im Bauch zu haben. Nun ja, und als man mich dann mal mit einem anderen Rammler verwechselt hatte und ich mit 7 Lebensjahren um ein Haar kastriert worden wäre, war der Topf voll. Seither habe ich keinen Doktor mehr gesehen. Für mich reicht es bereits, den weißen Kittel zu sehen und den Arzt zu riechen, um mich vollends aus der Bahn zu werfen. Das Eigenartige daran ist - als ich ständig zum Arzt gebracht wurde, war ich laufend krank. Seit über zwei Jahren habe ich keinen Arzt mehr gesehen und bin seither gesund. Mama sagt, das wäre eine typische Krankheit von Männern, wenn sie zum Arzt müssten. Ich glaube, sie sagte da was von "Schiss haben" und "feige". Egal was das ist, mir geht es gut.

Nun nähere ich mich wieder der 2000er-Marke, was manche als zu fett empfinden, mich aber nicht stört. Besonders gern futtere ich des Morgend frische Äpfel und des Abends Chicoree. Da aber überlasse ich meinen Leuten die unansehnlichen Außenblätter, ich selbst möchte nur den frischen inneren Teil, kein einziges Blättchen darf etwas Braunes an sich haben. Das können andere essen, ich verputze nur das Beste! Und wenn ich meinen Chicoree schnell genug hinter gekriegt habe, kriege ich meistens Mamas Stück auch noch. Man muss ja die Nacht irgendwie überstehen.




Weil ich die liebenswerte - und angeblich gar nichts so selbstverständliche - Eigenschaft besitze, keine Möbel, keine Stromkabel, also rein gar nichts anzuknappern und auch keine "Häufchen" sinnlos verteile, sondern mein Katzenklo benutze - aus diesem Grunde bin ich den gesamten Tag in der Wohnung unterwegs, habe überall einen Schlaf- und Beobachtungsplatz und kann über Bewegungsmangel nicht klagen. Bis vor drei Jahren mußte ich des Nachts in meinen Käfig, weil man ausschließen wollte, daß ich mir doch was Dummes einfallen lasse und vielleicht Schaden erleide. Nachdem das eingangs erwähnte "kleine Mädchen" erwachsen war und das Kinderzimmer frei wurde, habe ich es hingekriegt, dass ich Nachts nicht mehr in den Käfig muss. Ich liege Nachts auf einem riesigen Plüschtiger, weit genug oben, um die Umgebung genau unter Kontrolle halten zu können. Ich mache nichts schmutzig und ich knappere nichts an. Dafür darf ich dann an den Wochenenden frühmorgens zu meinen Leuten ins Bett und schlafe dort noch zwei bis drei Stunden bis zum entgültigen Aufstehen mit.




Ich bin nur früh zum Fressen aktiv, dann lege ich mir irgendwo zwischen Sofakissen oder an sehr heißen Tagen unter den Schreibtisch und schlafe bis in die Nachmittagstunden ab. Nachmittag, je nach Wetterlage bin ich dann mit Mama auf dem Balkon oder stromere durch die Wohnung, bis sich dann um achtzehn Uhr mein innerer Wecker meldet und ich meine Emma haben möchte.

Auf dem Balkon bin ich sehr gern und habe dort auch ein großes luftiges Schattenhäuschen. aber wie es halt so ist - in jungen Jahren war ich regelrecht wild drauf in der prallen Sonne zu liegen und zu schlafen. Das ging auch bald mal schief. Jedenfalls war mir dann beim Wachwerden so duselig, dass ich irgendwie abartig herumgelaufen sein muß, laufend rechts und links an die Wände knallte und ehe ich es begriffen hatte, was da passierte, schnappte man mich und ab in den Schatten. Danach leistete meine Mama mit einem nassen Lappen erste Hilfe. Seit der Zeit darf ich an heißen Sommertagen nicht mehr auf den Balkon, weil ich angeblich so unvernünftig bin, und die angebotenen Schattenstellen nicht nutze. Naja .....




Natürlich habe auch so meine Vorstellungen, wann sich wer um mich kümmern muss! Am liebsten während der Wachzeiten nur spielen, ohne Rücksicht auf Verluste. Dann werde ich aufdringlich, wenn das nicht so läuft, wie ich mir das denke. Anschleichen, Mama an den Hausschuhen ziehen, kräftig mit den Hinterbeinen knallen (das kann ich super und unüberhörbar!), das es nur so kracht und wenn das alles nicht hilft, springe ich der Mama auf den Schoß. Das klappt dann meistens.

Zur harten Nummer musste ich glücklicherweise bis jetzt sehr selten greifen, aber ich scheue mich auch nicht vor radikalen Maßnahmen. Wenn meine beiden Großen nämlich gar nicht wollen und so tun, als sei ich nicht da, dann gehe in den Korridor, um dort Tapete abreißen. Das zieht immer! Das Geräusch bringt jeden hier auf die Beine! Es dauert nur Sekunden und dann kommt die Mama angesaust. Ok, dann gibt es paar lautere Töne - Max ! Nein, nein ! Aber das ist nur halb so schlimm, wie es scheint. Ich muss dann nur unschuldig gucken und schließlich wird mit mir gespielt oder die Emma geholt und kann wieder so richtig "Mann" sein.  Ich erreiche mein Ziel immer.

Und ansonsten liege ich auf meinem großen Freund, dem Tiger und verdöse den Tag und beobachte die Sache von dort aus. Nachts liege ich ach dort herum oder vormittags wenn Mama mit dem Staubsauger durch meinen Stall, sprich durch das ehemalige Kinderzimmer , geht. Mit geht es jedenfalls sehr gut hier und wenn in den Büchern steht, dass Kaninchen zwischen sieben bis zehn Jahre alt werden, dann hoffe ich, dass ich das mit nochmal sechs bis zehn Jahren überbieten kann.

Das Kaninchen-Dasein ist einfach zu schön, um jetzt so mir nichts, dir nichts, abzutreten. Der Hasen-Himmel kann auch noch warten, der läuft nicht weg.


Nachtrag:


Max wurde schließlich sehr krank und mußte, um sein unheilbares Leiden zu beenden, am 19. Februar 2007 eingeschläfert werden. Er wurde etwas mehr als 11 Jahre alt.
Wir haben uns kein neues Tier mehr geholt, denn kein Tier kann wieder so sein wie Max.



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