Debian31-Install

zusammengestellt von Peter Schubert, 02977 Hoyerswerda, Smoler-Str.3, mailto: debianfreak@t-online.de

Inhaltsverzeichnis


Vorbereitungen

Debian GNU/Linux - meine Installationsmethode
nicht gerade Expertenart, aber empfohlen für Newbies und solche die wenig Zeit haben, Debian-Linux 3.1 zu installieren, oder wieder herzustellen. Aber Vorsicht, Experten werden diese Art, Debian zu installieren als primitiv und verachtungswürdig kritisieren *egal*

Man nehme dazu:

einen DSL-Anschluß und eine kostengünstige Flatrate, denn ca. zweieinhalb Stunden Gesamtaufwand an Download muss man schon verkraften können. Ist das nicht der Fall braucht man etwa die ersten vier CD-Images.
und einen Computer mit Netzwerkkarte, besonders günstig ist es, wenn ein DSL-Router dazwischenhängt, nicht zuletzt deshalb weil man auf diese Art mindestens vier weitere Computer direkt anflashen kann, sondern auch noch ein internes lokales Netzwerk mittels sshd zusätzlich einrichtbar ist.

Also, wir haben DSL, wir haben auch einen DSL-Router und wir haben eine Flatrate. Damit kann es losgehen:
Zuerst besorge ich mir die erste bootbare CD, der insgesamt 15 CDs von Debian-Sarge 3.1. Quelle: 1.Download, 2. diverse Zeitschriften, 3. gute Kumpels, die so etwas aktuell haben.


erste Schritte

Dann boote ich den Rechner mit eingelegter CD-1 ober das CD-Laufwerk, es erscheint ein erstes schwarzes Bild mit dem roten Debiankringel, welches automatisch nach paar Sekunden die Installation auf Basis des Kernels 2.4.27 startet, war man schnell genug und hat vorher "linux26" eingegeben, dann wird der Kernel 2.6.x installiert - das ist inzwischen die empfehlenswertere Installation.
Entgegen allen schlimmen Erinnerungen an die Installation vergangener Zeiten, ist die Installation mit dem neuen Installer ein Kinderspiel:

1. Das System lädt den Linux-Kernel
2. Abfrage Sprachauswahl, man antwortet in Deutschland mit "German - Deutsch"
3. Abfrage Gebiet "Deutschland"
4. Tastaturbelegung "Deutsch"

5. nun läuft die Hardwareerkennung, danach werden die Installer-
komponenten geladen, das Netzwerk per DHCP konfiguriert, geht
alles von allein, aber he man einschläft, kommt die nächste

6. Abfrage nach dem Rechnernamen "debianbox oder anderes, debian-dell, schreibtisch-rechts usw."
7. Abfrage Domainname, bleibt bei mir frei














Festplatte einrichten

Als nächstes kommt die Festplattenpartition, da sollte man genau hinsehen, was man tut, der Rechner macht nichts, was wir ihm eingeben und wenn der "blöde Rechner" am Ende unversehens ganze Festplatten voller wichtiger Dateien weglöscht, dann saß die Blödheit leider vor dem Rechner und nicht in diesem drin oder im System
Achtung, zur Beachtung
Ich umgehe grundsätzlich jeglicher Art automatisierte Partition! Ich benutze immer Partitionstabelle von Hand eingeben ! Was sich der Entwickler gedacht hat, weiß nämlich niemand, aber erfahrungsgemäß war es nie das, was ich mir dachte, also selbst Hand anlegen!

Installiert man ein Systen ohne größere zusätzliche kommerzielle Software, also eine Workstation auf Basis der offiziellen Distribution, empfiehlt sich m.E. folgende Aufteilung und Größe bei einer z.B. 80 GB Festplatte

/dev/hda1 als erste primäre Part, ext3, mindestens 10 GB groß als /
/dev/hda5 als erste logische Part., ext3, mindestens 2 GB groß als /var
/dev/hda6 als zweite logische Part, ext3, ca. 66 GB groß als /home
/dev/hda7 als dritte logische Part, swap, der Rest als /swap

Warum ich die /var extra anlege und vor allem so groß, dazu später und vielleicht "Erstellung einer Sourcen-CD.kwd lesen, dann wird's klar ;-)

danach bestätigen
Partitionierung beenden und Änderungen übernehmen <Enter>


Debian konfiguriert sich

Danach fängt aber Debian wieder an, neugierig zu sein, es beginnt die Konfiguration des Grundsystems

8. Hardwareuhr auf GMT ? Nein
9. Zeitzone Berlin ? Ja
10. Rootpasswort eingeben mirfälltnichtsein
11. Rootpasswort bestätigen mirfälltnichtsein
12. Geben sie ihren vollen Namen ein MaxeMustermann
13. Der Benutzername Maxe
14. Passwort für Benutzer Maxe mirfälltwiedernichtsein
15. Passwort bestätigen für Maxe mirfälltwiedernichtsein

Es liegt jetzt keine CD im Laufwerk, es soll auch keine drin liegen!


ganz von allein

Und nun geht es los damit, dass die Debian-Heinzelmännchen installieren. Erst das Grundsystem, dann suchen die dienstbaren Geister auf dem Rechner, ob die einzigen sind, installieren GRUB in den MasterBootRecord MBR und damit sind sie erstmal fertig. Die CD wird aus dem Laufwerk ausgeworfen und der Rechner neu gestartet.


apt einrichten

15. Konfiguration von apt, wir wählen ftp
16. Länderauswahl für den FTP-Server Deutschland
17. Debian-Mirror auswählen, einen in der Nähe oder gleich
ftp.de.debian.org oder ftp2.de.debian.org
18. Die Konfiguration eines Proxys enfällt bei mir und sicher auch bei
meisten anderen ;-)

Jetzt holt sich apt die Paketlisten vom Server und schreibt diese in die Datei /etc/apt/sources.list.
Damit weiß apt in Zukunft aus was es alles auswählen kann und wir haben später bei der Benutzung von apt und deren GUI synaptic die komplette Auswahl komfortabel und intelligent verwaltet zur Verfügung.

Beachte - von Zeit zu Zeit bei stehender Internetverbindung immer mal #apt-get update hält die Sourcendatei aktuell.


Grundinstall abschließen

Nun kommt die Softwareauswahl ala aptitude, die überspringe ich immer bewußt, weil sie mir suspekt ist und Dinge tut, die ich nicht will und das geht dann wie folgt

19. Softwareauswahl Manuelle Paketauswahl
20. Aptitude startet und ich beende es sogleich mit q
das passt Aptitude zwar nicht, es fragt nach, aber mit Y bin ich
es dann glücklich los

Zerknirscht fragt er mich noch nach der Konfiguration für die lokale Mailzustellung, E-Mails für root etc, das will ich aber auch nicht

21. E-Mail-Konfigurationsart keine zum jetzigen Zeitpunkt
22. Empfänger für EMail für root und postmaster frei lassen !

Jetzt schließt das System die Grundkonfiguration ab, danach kann ich mich am >login:<-Prompt anmelden.

So und nun?


KDE-Installation

als root anmelden und eingeben:

#apt-get install xserver-xfree86 xserver-common xfonts-base kde kdm synaptic k3b hdparm ntpdate und weiteres, was man gleich so aus dem Hut weiß, dass man es braucht ....

So und nun läßt man ihn machen, nach ca. einer Stunde hat man bei einer DSL-Verbindung sein neues Debiansystem auf dem Rechner. Ein paar Konfigurationsabfragen muss man noch beantworten, so u.a.. ob k3b so eingerichtet werden soll, dass jeder User der Gruppe cdrom K3B benutzen kann ohne Root-Rechte erlangen zu müssen natürlich JA ! , ob der SecureShell-Server gestartet werden soll bei mehr als einem Gerät am DSL-Router immer JA ! und andere Kleinigkeiten.

Die Einrichtung des Xfree86Servers wird jetzt auch aufgerufen und sollte erledigt werden. Verpasst man das, kann es später immer wieder mit dem root-Befehl
# dpkg-reconfigure xserver-xfree86 nachgeholt werden.

Unter Umständen muss man das deutsche Sprachmodul für KDE nachinstallieren, für die Verwendung eines USB-Scanners xsane und xsane-common (den User dann der Gruppe scanner zuordnen, wenn der Scanner erkannt werden soll) und nach eigenem Gusto via synaptic alles, was man sich wünscht.


empfohlen

Unter anderem sind das

mozilla mit allen Abhängigkeiten
mozilla-psm (sonst kann man kein Homebanking machen!)
gimp.2.x mit allen Ergänzungen, bis hin zur Bearbeitung von RAW-Dateien
einen guten Bildbetrachter, da gibt es
gqview, gwenview, gthumb, einer ist sicher der Richtige

ein gutes Office
Debian-Sarge benutzt aktuell OpenOffice-1.1.4, default wird das englische Sprachmodul installiert, man muss also mittels Synaptic das deutsche Sprachmodul installieren
aber es gibt auch gute Alternativen
Koffice und Textmaker, ein kommerzielles Programm der Firma Softmaker, Nürnberg, dass in Sachen Handling seinesgleichen sucht


Feinschliff bei Bedarf

damit man sich nicht über zu langsame Festplatten und ruckelnde Videos ärgert, sollte man die IDE-Laufwerke mittels hdparm in den DMA-Modus versetzen
das geschieht, indem man als root die Datei /etc/init.d/bootmisc.sh entsprechend editiert und die Zeilen

# enable DMA
/sbin/hdparm -d1 /dev/hda
/sbin/hdparm -d1 /dev/hdb
/sbin/hdparm -d1 /dev/hdc
/sbin/hdparm -d1 /dev/hdd
#

einträgt. Damit werden die Festplatten und die CD/DVD-Laufwerke/Brenner gleich beim Start in den DMA-Modus versetzt..


Netzwerkdrucker einrichten

Druckernetzwerk einrichten


zwei Computer hängen gemeinsam an einem DSL-Cable-Router Netgear 614P. Die Netzwerkkarten wurden mit DHCP eingerichtet, dadurch ergeben sich folgende IP-Adressen

DSL-Router 192.168.0.1

Hauptcomputer 192.168.0.2

Neben-Computer 192.168.0.3

Am Hauptcomputer stecken via USB.2.0 u.a. ein HP-PSC-1100 und ein HP-PhotoSmart-130

Absicht ist es, über das DHCP-Netzwerk nicht nur gemeinsam ins Internet gehen zu können, sondern auch vom Hauptcomputer mittels ssh auf den Nebencomputer mit dem Dateimanager zugreifen zu können und vom Nebencomputer aus, die Drucker am Hauptcomputer zu nutzen

ssh ist eingerichtet (SSH einrichten)

alle CUPS-Pakete sind installiert (CUPS-Pakete)

die Drucker am Hauptcomputer sind via CUPS eingerichtet (Einrichtung von CUPS)

jetzt ist weiter im Netzwerk für den Nebencomputer die Freigabe einzurichten und die Konfiguration des CUPS-Daemons einzustellen (CUPSD.conf einrichten)

danach kann das gesamte Netzwerk neu gestartet werden, muss aber normalerweise nicht, die Drucker sollten angeschaltet sein.

Auf dem Neben-Computer sind dann aufzurufen

Kontrollzentrum -> Auswahl ?Angeschlossene Geräte? , dort ?Drucker?

?Systemverwaltermodus? -> Passwort eingeben -> Enter

Hinzufügen / Drucker-Klasse hinzufügen

Willkommensseite -> Enter

Endgeräte-Auswahl, hier ?CUPS-Server auf Fremdrechner? -> Enter

Anonyme Anmeldung, unverändert lassen -> Enter

Rechner IP eintragen ? hier 192.168.0.2, Port 631 unverändert lassen -> Enter

jetzt werden die auf dem Hauptcomputer verfügbaren Drucker angezeigt
und gleichermaßen eingerichtet, wie vorher am Haupcomputer
(Einrichtung von CUPS)

Danach sind die Drucker auch vom Neben-Computer aus verfügbar, als ob sie direkt an diesem befindlich wären.




CUPS konfigurieren

CUPS-Dienste für vernetzte Linux-Rechner
CHIP Professionell, 1/2005, Sonderheft Debian 3.1

Auszug aus:
<Seite 60 links oben>

Sie können ihren Druckserver auch so konfigurieren, dass andere Rechner aus ihrem Netzwerk drucken können. In der Datei cupsd.conf im Verzeichnis /etc/cups/ stellen sie Details des Serverdienstes ein, beispielsweise wieviele Kopien auf einmal ein Benutzer drucken darf oder wie und wo alles protokolliert wird. Oder eben auch, welche vernetzten Rechner der CUPS-Server überhaupt bedient. In der Voreinstellung dürfen nämlich nur lokale Benutzer vom Debian-PC aus den oder die eingerichteten Drucker benutzen.
Relativ weit hinten in der cupsd.conf unter den "Security Options" finden sie einen "Location"-Eintrag. Zwischen den ensprechenden Tags stehen die Regeln für den Zugriff. wichtig sind die Zeilen:

Deny From All
und
Allow From 127.0.0.1

die den Zugriff zunächst überhaupt verbieten, dann erst für den lokalen Rechner gestatten (127.0.0.1 ist die Loopback-Adresse, die jeden Rechner mit sich selbst verbindet).
Tragen sie unter der Allow-Zeile eine weitere ein:

Allow From 192.168.0.*

Dieser Eintrag ermöglicht, von allen Rechnern aus Ihrem lokalen Netz auf den CUPS-Server Ihres Rechners zuzugreifen und damit auf Ihrem Gerät zu drucken.

Übrigens: Wenn sie dieselbe Zeile noch weiter unten, in der admin-Location nach der Zeile für den lokalen Rechner eintragen, können Sie Ihren Druckserver von anderen Netzwerk-Rechnern aus administrieren.

Zitatende

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